Senior-Au-pair – Ich bin dann mal weg

Au pair ist französisch und bedeutet auf Gegenseitigkeit. Die Gastfamilie braucht Kinderbetreuung, und die Au-pair will bei freier Kost und Logis im Ausland neue Erfahrungen sammeln. Seit Generationen haben auf diese Weise junge meist weibliche Erwachsene Sprache und Kultur anderer Länder kennengelernt. Seit einigen Jahren bekommt das Au-pair-Mädchen ernsthafte Konkurrenz: die Granny Au-pair. Statt einer Heranwachsenden nimmt die Gastfamilie eine Frau jenseits der 50 auf. Die Gastgeber wissen die Vorteile einer lebenserfahrenen Ersatz-Großmutter zu schätzen: Zuverlässigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Erfahrung im Umgang mit Kindern und in der Haushaltsführung.

ReiselustNach all den Jahren voller Aufgaben und Verpflichtungen nochmal ungebunden und neugierig einen Tapetenwechsel wagen – zahlreiche Frauen über 50 haben sich bereits in das Abenteuer Gastoma gestürzt, und immer mehr sind daran interessiert. Interessentin und Gastfamilie können mittels der Internetportale spezialisierter Vermittlungsfirmen zueinanderfinden.

Intensive Vorbereitung

Allerdings sollten Au-pair und Gastfamilie in spe nach dem ersten Kennenlernen ausgiebig via E-Mail, Brief, Telefon oder Skype darüber kommunizieren, wie ihre jeweiligen Vorstellungen von der Au-pair-Zeit aussehen. Denn die Agenturen vermitteln lediglich den Kontakt und übernehmen keine Verantwortung für den Erfolg des Au-pair-Aufenthalts. Und so aktiv, neugierig und erlebnishungrig die moderne Leihoma auch ist, im Vergleich zum Au-pair-girl mögen ihre Ansprüche und Sicherheitsbedürfnisse etwas höher und das Maß an Toleranz und Flexibilität etwas geringer sein.

Überraschungen vermeiden

Um böse Überraschungen vor Ort zu vermeiden, sollte die Granny-Au-pair möglichst zuverlässige Antworten auf zahlreiche Fragen bekommen:

  • Wo und wie bin ich untergebracht?
  • Welchen Komfort brauche ich?
  • Welche Leistungen werden genau erwartet, z. B. nur Kinderbetreuung oder auch Kochen und Putzen?
  • Wer bezahlt welche Kosten, z. B. für Reise, Taschengeld, Sprachkurs?
  • Welche Sprachkenntnisse sind erwünscht?
  • Wie intensiv soll ich am Familienleben teilnehmen?
  • Wie sieht es mit Freizeit für meine eigenen Unternehmungen aus?
  • Wie kann ich mit meinen Angehörigen und Freunden zuhause Kontakt halten?
  • Mag ich Haustiere?
  • Wie vertrage ich die klimatischen Bedingungen und das Essen im Reiseland?
  • Wie ist es mit Rauchern?
  • Wie belastbar bin ich eigentlich?
  • Stimmt die Chemie zwischen mir und der Gastfamilie?

PassportVisum und Versicherung

Darüber hinaus gibt es einiges zu organisieren. Bei einem Au-pair-Aufenthalt in einem Land außerhalb der Europäischen Union ist eventuell ein Visum notwendig. Eine Auslandskrankenversicherung sollte über den gesetzlichen Versicherungsschutz hinaus die Kosten für medizinische Leistungen bei Krankheit oder Unfall sowie eines eventuell nötigen Rücktransports abdecken.

Gesellschafterin oder Betreuerin

Auch wer keine Kinder betreuen will, kann als Au-pair ins Ausland gehen. Als Gesellschafterin für gemeinsame Aktivitäten, Housesitter oder Seniorenbetreuerin kommen ohnehin nur die Senior-Au-pair in Frage.

Vorsicht Kulturschock

Wer noch nie längere Zeit im Ausland gelebt hat, sollte sich auch mit dem Phänomen des Kulturschocks bekannt machen. Damit sind die Befindlichkeiten im Laufe eines Aufenthalts in einer fremden Kultur gemeint, wobei eine Anfangseuphorie von den Phasen Krise, Erholung und Anpassung gefolgt sein kann. Um einen möglichen Kulturschock abzumildern, ist es durchaus sinnvoll, sich im Vorfeld nicht nur mit der Spache, sondern auch den kulturellen Besonderheiten des künftigen Aufenthaltsortes vertraut zu machen. Je nach Länge der Abwesenheit kann es übrigens nach der Rückkehr in die Heimat erneut zu Anpassungsschwierigkeiten, dem Eigenkultur-Schock, kommen.

Alternative: Leihoma

Abenteuerlust geweckt? In einem ersten Schritt empfiehlt es sich, möglichst viele Informationen und Erfahrungsberichte zum Thema Au-pair und Granny- bzw. Senior-Au-pair zu sammeln, z. B. mittels entsprechender Suchwörter im Internet. Inspirationen liefert auch das Buch der Agentur-Gründerin Michaela Hansen: „Als Granny Aupair in die Welt“. Rückkehrerinnen, die weiterhin Kinder betreuen möchten, und Frauen, die lieber (noch) nicht  ins Ausland gehen möchten, können hierzulande ein Ehrenamt als Leih-Oma annehmen.Granny-Au-pair

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