Kategorien
Lebensfreude Lebensorganisation

Selbstaufopferung – Haben Sie heute schon Nein gesagt?

Anja ist eine liebevolle Großmutter, die immer öfter die quirligen Enkel übernimmt und dafür jedes Mal ihre Yogastunde sausen lässt; ihre Rückenschmerzen werden immer schlimmer. Georg und Mathilde sind ein engagiertes älteres Ehepaar, das seine ganze Kraft und Zeit in die hiesige Hilfsorganisation steckt, aber weder Dank noch Anerkennung bekommt; Frust und Enttäuschung machen sich breit. Irmgard ist eine pflichtbewusste Mittfünfzigerin, die seit Jahren ihre bettlägerige Mutter alleine betreut und die seelische Belastung nur noch mit Cognac erträgt; sie wird alkoholabhängig. So kann es aussehen, wenn Selbstlosigkeit zur Selbstaufopferung wird.

Heißt das, dass Ego-Rentner, die nur noch fernsehen oder mit der Aida herumschippern, es besser haben? Mitnichten.

Selbstaufopferung„Geben ist seliger denn nehmen …“ So steht’s schon in der Bibel. Wir erlauben uns hiermit die Ergänzung: „…, wenn man nicht übertreibt.“ Denn einerseits genießen Menschen in der späteren Lebensphase moralische Anerkennung und persönliche Zufriedenheit, wenn sie als Großeltern, Pflegende oder im Ehrenamt ihr Bestes geben. Schließlich ist es edel und bereichernd, für die Enkel, die gebrechlichen Eltern oder Hilfsbedürftige aus aller Welt da zu sein. Andererseits übersehen einige Hilfsbereite, dass ihr Einsatz mit der Zeit aus dem Ruder läuft. Ganz allmählich manövrieren sie sich in Stress oder schlimmstenfalls Depression und Krankheit.

Zwischen Egoismus und Selbstaufgabe

Wenn sie nicht gerade an einem pathologischen Helfersyndrom leiden, würden die meisten Selbstlosen es schon einsehen: Die Kunst des gesunden Helfens besteht darin, das richtige Maß zwischen Egoismus und Selbstaufopferung einzuhalten. Doch diese Balance zu finden, kann unheimlich schwerfallen.

Gegen Selbstaufopferung gibt es nur ein einziges Zauberwort: „Nein“.  Es auszusprechen lernt man am besten, indem man sich fragt, warum man es nicht tut:

  • Fürchte ich mich vor möglichen Konsequenzen, die ich als Strafe empfinde: Liebesentzug, Vorwürfe, Rückzug, Konflikte?
  • Fühle ich mich zum Helfen verpflichtet, um nach dem Motto „Gebe und dir wird gegeben“ selbst einmal Unterstützung zu bekommen (was oft genug nicht klappt)?
  • Stelle ich die Bedürfnisse anderer grundsätzlich vor meine eigenen?
  • Halte ich meine Hilfe für unersetzlich?
  • Kämpfe ich mit ausgeprägten Schuldgefühlen, weil mein Gewissen die Latte für Pflichterfüllung und Perfektion sehr hoch gelegt hat?
Methoden der Absage

SelbstaufopferungZum Ablehnen, Herunterfahren oder Beenden von Hilfe muss fast jeder über seinen Schatten springen. Ein gutes Selbstwertgefühl und gesunde Selbstachtung sind eine gute Voraussetzung. Zusätzlich gibt es Möglichkeiten, eine Absage vor sich selbst und anderen klug und annehmbar zu verargumentieren.

  • Begründen Sie Ihre Ablehnung mit den Folgen, die das Helfen für Sie hat – ob nun Ihr Rücken schmerzt, Sie sich ausgenutzt fühlen oder Sie einfach nicht die Kraft haben.
  • Kommunizieren Sie ein klares Nein, bleiben Sie konsequent und bauen Sie niemals darauf, dass der Nehmende doch merken muss, dass Sie gar nicht wollen. Ein verdruckstes Jein, eine Zusage, aus der man sich mit kleinen Notlügen herauswindet, oder eine Absage in letzter Minute kommen (zurecht) nie gut an.
  • Verweisen Sie gegebenenfalls auf Alternativen. Es gibt zum Beispiel in vielen Städten ehrenamtliche Leihomas, für bestimmte Organisationen geeignetere Helfer und für aufreibende Pflege staatliche und professionelle Hilfe.
  • Entschuldigen Sie sich nicht für Ihre Ablehnung, denn Sie haben das Recht dazu und gute Gründe.

Einer der besten Gründe, ab und zu Nein zu sagen, ist schließlich Ihr Alter. Wann, wenn nicht jetzt, sollten Sie sich auch um Ihre Gesundheit, Ihre Hobbys und Ihre Freunde kümmern? Wer vor lauter Selbstaufopferung krank und einsam wird, kann oder mag für andere schließlich gar nichts mehr tun.

Kategorien
Gesundheit & Wohlfühlen

Geruchssinn: Wie man seinen Riecher trainiert

Die Dichter der Romantik wussten, was sie an ihrem Geruchssinn haben: „Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte; süße wohlbekannte Düfte streifen ahnungsvoll das Land …“, brachte Eduard Mörike das Glück des Riechens zu Wort. Manchem Menschen allerdings entgehen die süßen wohlbekannten und anderen Düfte zum Teil oder sogar völlig.

Für Riechstörungen gibt es viele mögliche Ursachen: Nasenpolypen, ein starker Infekt, eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung, eine Verletzung des Kopfes, bestimmte Medikamente, eine schwere Erkrankung wie Parkinson oder Alzheimer – oder einfach das Alter. Denn auch bei gesunden älteren Menschen kann die Regenerationsfähigkeit der Riechzellen so stark abnehmen, dass der Geruchsinn* eingeschränkt und im hohen Alter sogar verschwunden ist. Doch in vielen Fällen kann man seinen Riecher durch Training wieder auf Trab bringen.

Was beim Riechen nicht alles schiefgehen kann: Parosmie heißt die falsche Wahrnehmung von Duftstoffen, Phantosmie ist das Wahrnehmen nicht vorhandener Gerüche. Meist aber sind Riechstörungen eine Frage der Menge: Man riecht weniger (Hyposmie) oder gar nichts (Anosmie).

Im Vergleich zum Schäferhund mit seinen 220 Millionen Riechzellen ist der Mensch ein olfaktorischer Schwächling (5 Millionen Riechzellen). Doch hat sich auch beim Homo sapiens der Geruchssinn zu einem extrem komplexen Sinnessystem entwickelt. Schon seit Urzeiten musste der Mensch rechtzeitig den Rauch eines Brandes, die Gifte eines verdorbenen Essens und bei der Partnerwahl die oder den Richtige(n) erriechen können. Das ist auch heute noch ganz nützlich.

Wie geht Riechen?

Ganz oben in der menschlichen Nase halten sich Riechrezeptoren bereit, um wie ein Schloss den auf sie passenden Schlüssel in Form eines Duftmoleküls aufzunehmen. Aus unterschiedlichen Gemischen von Duftmolekülen setzt sich ein bestimmter Geruch zusammen. So wird dank der Zusammenarbeit der Rezeptoren aus den chemischen Signalen „Duftstoffe“ das elektrische Signal „Geruchsinformation“ zur Entschlüsselung im Gehirn. Über den Riechkolben (der heißt medizinisch wirklich so) trifft der Geruch direkt ins Gehirn, genauer das limbische System. Hier sind Gefühle und Triebe verortet sowie das Einspeichern von Erlebtem ins Gedächtnis.

Weil Gerüche den direkten Draht zum Emotionszentrum und Langzeit-Informationsspeicher haben, können sie unmittelbar und plastisch Erinnerungen aus längst vergangener Zeit hervorrufen. Ein Beispiel: Riecht man ein spezielles Mittel, mit dem das Treppenhaus der Grundschule geputzt wurde, ist man plötzlich wieder sechs Jahre alt und hat vergessen geglaubte Momente genau vor sich. Man nennt die geruchsbedingte Erinnerung auch Madeleine-Effekt, benannt nach einer Schlüsselszene in Marcel Prousts Roman „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“. Dort lässt er seinen Protagonisten Swann erzählen, wie ihn die Aromen einer in Tee getunkten Madeleine in die Kindheit zurückversetzen.

Riechen und Schmecken schwinden gemeinsam

Nicht jedem ist bewusst, wie wichtig der Geruchssinn für unser Wohlbefinden ist und wie leicht er verloren geht. Geschätzt leiden in der westlichen Welt etwa 60 Prozent der 65- bis 80-jährigen und 75 Prozent der über 80-jährigen an klinisch bedeutsamen Riechstörungen (Quelle: Deutsches Ärzteblatt). Meist schleicht sich das Riechvermögen so dezent aus dem Sinnesleben, dass der Verlust erst spät bemerkt wird. Mit der Einschränkung der Riechfunktion ist oft eine Schmeckstörung verbunden, da Riechen und Schmecken eng zusammenspielen und zur Wahrnehmung von Geschmacksstoffen die Empfindung von Aromen über den Rachen gehört. Manche älteren Menschen essen dann mehr Süßes und Salziges, um den Mangel an Schmeckvermögen auszugleichen. Übergewicht ist oft die Folge. Umgekehrt kann es zur Mangelernährung kommen, wenn Ältere schlicht keine Lust mehr auf das als fade empfundene Essen haben.

Nach aktuellen Untersuchungen kann eine nicht anderweitig erklärbare Riechstörung die Vorbotin einer neurodegenerativen Erkrankung wie Morbus Parkinson und Alzheimer sein. Damit dient der Verlust des Geruchssinns als ein potentieller unterstützender Hinweis auf die entsprechende Diagnose. Allerdings ist dieser Zusammenhang nicht zwingend gegeben. Darüber hinaus wurde eine Verbindung zwischen Geruchssinn und psychischen Erkrankungen nachgewiesen. So können Depressive an einer verminderten Riechleistung leiden.

Die Therapien zur Wiederbelebung des Geruchssinns sind so unterschiedlich wie ihre Erfolge. Bei einer physiologischen Ursache können Polypen operativ entfernt oder die Nasenscheidewand begradigt werden, um den Luftstrom zur Riechspalte zu verbessern. Vor allem die häufigen Riechstörungen nach Infekten können von selbst zurückgehen. Manchmal wird zur Entzündungshemmung auch Kortison gegeben.

Regelmäßiges Riechtraining kann helfen

GeruchssinnZur Verbesserung des Riechvermögens gibt es aber auch eine sehr simple und günstige Therapie, die die Betroffenen – nach der Anleitung in einem HNO-Zentrum oder einer HNO-Praxis – selbständig zuhause durchführen können: das Riechtraining mit unterschiedlichen Düften. Diese Methode hat sich als häufig erfolgreich nach entzündungsbedingten Riecheinschränkungen erwiesen.

Inzwischen wurde aber auch nachgewiesen, dass Dufttraining das Riechen im Alter verbessern kann.

So hat eine Studie des Universitätsklinikums Dresden gezeigt, dass Riechtraining bei gesunden älteren Menschen – also bei rein altersbedingten olfaktorischen Einschränkungen – den Geruchssinn positiv beeinflusst. Dabei zeigten die Ergebnisse sogar weitere Faktoren für mehr Lebensqualität im Alter auf. Über die Verbesserung der Riechfunktion hinaus konnte ein positiver Effekt auf sowohl auf die Gemütslage als auch auf die Gehirnleistung der älteren Studienteilnehmer festgestellt werden. Ursachen hierfür könnten in der engen Verbindung zwischen dem Riechzentrum und dem limbischen System liegen oder auch in erneuerten Organisationsprozessen in Hirnarealen.

GeruchssinnDas Prinzip des Riechtrainings ist es, bestimmte unterschiedliche Düfte regelmäßig über einen gewissen Zeitraum bewusst aufzunehmen, sie genau zu beschreiben und voneinander zu differenzieren und mit Gefühlen zu verbinden. So kann man etwa fünf Monate lang morgens und abends bestimmte Duftstoffe grundsätzlicher Duftrichtungen erschnüffeln: blumig wie die Rose und der Jasmin, fruchtig wie die Zitrone und die Orange, würzig wie die Gewürznelke und harzig wie der Eukalyptus.

Wie schnuppert sich es am besten? Als Duftträger dienen medizintechnische Riechstifte, genannt Sniffing Sticks, Originalsubstanzen in selbst befüllten luftdichten Glasgefäßen oder entsprechende ätherische Öle.

Riechen Sie sich glücklich!

Das in Duftrichtungen und Zeiträumen reglementierte Riechtraining lässt sich aber auch auf den Alltag im Haus, im Garten oder in der freien Natur ausweiten. Man kann aktiv und achtsam in sein Leben hineinschnuppern.  Es geht immer darum, unterschiedliche Düfte sekundenlang bewusst wahrzunehmen und zu differenzieren. Riechen kann Spaß machen, besser Riechen können bringt mehr Lebensfreude.

Weinkenner wissen, was gemeint ist. Sie trainieren die Fähigkeit, Aromen zu erkennen, zu unterscheiden und zu genießen. Es sind die Duftstoffe, die glücklich machen. Wer braucht da noch den Alkohol …

*Dieser Beitrag behandelt ein Gesundheitsthema und enthält Tipps und Information. Er ersetzt in keiner Weise Beratung, Diagnose und Therapie durch einen Arzt.

Kategorien
Gesundheit & Wohlfühlen Lebensfreude

Einsamkeit: Wege aus einem gefährlichen Gefühl

Einsamkeit ist ein Zustand, den man überwiegend mit älteren Menschen in Verbindung bringt. Partner weg, Kinder weg, Arbeit weg, gesundheitliche Handicaps. Und dann noch wenig Rente und fertig ist das traurige Bild. Inzwischen wurde in vielen Studien und einer umfangreichen Meta-Analyse festgestellt, dass soziale Isolation weiter verbreitet und ungesünder ist als gedacht – vergleichbar mit starkem Übergewicht oder 15 Zigaretten am Tag.

Einsamkeit ist Stress, verursacht Bluthochdruck und schadet dem Immunsystem. Diese Erkenntnisse brachten in Großbritannien eine „Minister for Loneliness“, eine Staatssekretärin mit dem Aufgabengebiet Einsamkeit, und auch bei uns viel Aufmerksamkeit.

EinsamkeitDoch wenn das Thema die Medien passiert hat und bis politische Versprechen eingelöst werden, sind die Einsamen immer noch einsam. Es sei denn, sie hatten das Glück, sich in neuen Partner-, Freund- oder Gemeinschaften aufgehoben zu fühlen. Oder sie hatten die Energie, selbst einige Maßnahmen gegen die Einsamkeit zu ergreifen.

Ältere Menschen haben oft den Wunsch, etwas gegen drohende oder bereits vorhandene Einsamkeit zu unternehmen, solange sie es körperlich und geistig noch können. Aber wie kann man gegen Einsamkeit vorgehen?

Wie einsam man ist, bestimmt die Psyche.

EinsamkeitZunächst gilt es, den eigenen isolierten Standort zu bestimmen, das heißt zwischen den Begriffen Einsamkeit und Alleinsein zu unterscheiden.

Alleinsein ist in dieser Abgrenzung ein Lebensumstand, der hingenommen wird und manchmal sogar freiwillig kurz- oder längerfristig gewählt ist. Der Mensch, der allein ist, kann dies als unproblematisch oder sogar positiv empfinden, insbesondere wenn das Alleinsein als Option oder vorübergehend auftritt. Das kennt jeder, der das Alleinsein mal so richtig genossen hat. Selbst wenn beim Alleinsein ein Anflug von Einsamkeit aufkommt, ist der kein Grund zur Beunruhigung, da er zeitlich begrenzt ist.

Zum Gesundheitsproblem kann jedoch die chronische Einsamkeit werden. Darunter verstehen wir ein langfristig bestehendes negatives Gefühl, dem Lebensumstand des Alleinseins ausgeliefert zu sein und darunter zu leiden. Dabei kann es dem Einsamen an Kontakten an sich oder – obwohl von Menschen umgeben ­– einem tieferen Gefühl der Verbundenheit mangeln. Man merkt es ganz einfach: Es tut weh. Das bestätigen Messungen, die das Gefühl der Einsamkeit im Gehirn lokalisierten, wo auch körperlicher Schmerz signalisiert wird.

Bei Einsamkeit können Ängste bis zur Depression mit ins Spiel kommen. Dabei bedingen sich Einsamkeit und Depression häufig gegenseitig. Dieser Teufelskreis lässt sich möglichweise nur mit professioneller psychologischer oder psychiatrischer Hilfe durchbrechen. Auch wer physisch nicht allein ist, sich aber in einer Partnerschaft oder seinem Umfeld einsam fühlt, könnte Ursachen und Abhilfe durch psychologische Beratung oder Therapie finden.

Wer ist besonders gefährdet?

EinsamkeitNach Erkenntnis von Psychologen haben Introvertierte und Menschen mit geringerem Selbstwertgefühl ein größeres Risiko, einsam zu sein. Wer das Gefühl hat, für andere nicht attraktiv und spannend genug zu sein, reagiert oft mit Trauer und Rückzug.

Darüber hinaus bleiben auch Menschen für sich, weil sie sich in der Gemeinschaft auf ihrem intellektuellen Niveau oder in ihrem Lebensstil unverstanden fühlen. Da bleiben gut gemeinte Ratgeber-Tipps wie „Sprechen Sie öfter mal einen unbekannten Menschen an“ das, was sie sind: hilf- und zwecklos.

Denn wir alle hätten gerne möglichst viele Freunde und Bekannte, die bis ins Detail so ticken wie wir. Was in unserer Gesellschaft, in der sich Menschen so individuell wie unterschiedlich verwirklichen, nur selten klappt. Daher empfiehlt sich als erster Schritt weg von der Einsamkeit:

Springen Sie ab und zu über Ihren Schatten.

Nicht hinter jeder geplatzten Verabredung verbirgt sich eine Zurückweisung. Besser ist es, an Kontakten erst mal dranzubleiben und sich klar zu machen, dass man es wert ist. Der andere ist vielleicht froh, wenn man wieder anruft. Falls er sich aber tatsächlich zurückziehen wollte, war es sein Problem.

Andererseits hat mehr soziale Kontakte, wer sich auch Menschen mit anderem Bildungsniveau oder Lebensstil öffnet und sich auf Schnittmengen in Form gemeinsamer Interessen und Einstellungen konzentriert. Vielleicht entsteht in solchen Verbindungen nicht die gewünschte Tiefe, aber einen entspannenden Effekt haben sie zweifellos.

Pflegen Sie Ihre Kontakte.

Es klingt banal, bedarf aber oftmals großer Energie: Wenn man nach dem Eintritt in den Ruhestand und dem Auszug der Kinder mehr Zeit gewonnen hat, sollte man einen Teil davon bewusst für Aktivitäten mit anderen verwenden: sich öfter treffen, alte Kontakte reanimieren, gemeinsam sportliche und kulturelle Interessen verfolgen.

Ob es sich um gemeinsame Hobbies, Reisen, einen Literaturkreis oder nur gelegentliche spontane Unternehmungen handelt – entscheidend ist, dass man die Initiative ergreift. In manchen Fällen kann alles wieder versanden, in anderen kann sich aber eine Dynamik entwickeln, bei der sich Freund- und Bekanntschaften vertiefen und neu entwickeln. Bestenfalls werden die Stresshormone, die bei Einsamkeit den Körper überfluten, von dem Kuschelhormon Oxytocin, das bei tief empfundener Verbundenheit ausgeschüttet wird, verdrängt.

Nutzen Sie Angebote.

Wer selbst nicht der große Organisator ist, kann sich informieren, was andere bieten. Ganz im Sinne der englischen Einsamkeitsministerin Tracey Crouch kann mehr Gruppenarbeit den Zusammenhalt der Gesellschaft und das persönliche Wohlbefinden Alleinlebender fördern.

Die politische Anerkennung, dass Einsamkeit kein individuell verschuldetes, sondern ein gesellschaftliches Problem ist, könnte in mehr staatlichen oder kommunalen Programmen wie die Förderung von neuen Wohnformen für Ältere oder Institutionen zur Begegnung münden. Bis zur flächendeckenden Umsetzung kann es dauern. Doch es gibt clevere Initiativen, die unterschiedliche Bedürfnisse der sozialen Begegnung aufgreifen.

Einige Beispiele:

  • In Berlin gibt es „pro seniores e. V.“, eine Initiative für Ältere mit Wissensdurst und eine breit gefächerte Alternative zum Seniorenstudium.
  • Die Organisation „Silbernetz e. V.“ bietet unter anderem ein Hilfstelefon gegen Einsamkeit im Alter.
  • Das Internetportal „Initiative gegen Einsamkeit im Alter“ bietet einen Überblick über Organisationen und Einrichtungen zur Begegnung und gemeinsamen Aktivitäten im Alter.
  • Das Projekt „Wege aus der Einsamkeit e. V.“ hilft unter anderem auf dem Weg in die Internet-Kommunikation.
  • Der sozialen Vernetzung dienen soll auch die von der Diakonie Deutschland gestartete Initiative „Wir sind Nachbarn. Alle.“
  • Wie erfolgreich es sein kann, wenn Jüngere gemeinsam etwas unternehmen, damit Ältere nicht einsam sind, zeigt der Verein „Freunde älterer Menschen e. V.“

Von einem eigenen sozialen Engagement profitieren einerseits die Empfänger, zum Beispiel Menschen, Tiere, Umwelt und Organisationen, die auf die Hilfe anderer angewiesen sind. Andererseits hilft es auch den Gebern, also zum Beispiel Menschen in fortgeschrittenen Alter, die noch gesund, selbständig und aufgeschlossen sind, aus der Einsamkeitsfalle.

Ein klassischer Weg, wie Ältere die Gesellschaft bereichern und dabei selber nicht alleine sind, ist das Ehrenamt. Eine Reihe von Möglichkeiten erfahren Sie hier.

Aktivieren Sie Ihren inneren Menschenfreund.

Ob privat orientiert oder gesellschaftlich engagiert – wenn man auf andere Menschen zugehen möchte, ist es womöglich hilfreich, die Welt aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Während nach dem Auflösen enger familiärer und gesellschaftlicher Strukturen das Ich immer mehr in den Vordergrund gerückt ist und die Individuen ganz selbstverständlich um pausenlose Selbstverwirklichung ringen, könnte eine neue Aufwertung des Wir-Gedankens nicht schaden. Voraussetzung sind sicherlich Sympathie und Neugier in Bezug auf andere Menschen, Eigenschaften, die sich letztlich wieder positiv auf das eigene Dasein auswirken können.

Doch was bleibt? Wer umgibt und versteht Sie, wenn Sie selber einmal auf Hilfe angewiesen sind? Wohl dem, der eine liebevolle Familie hat. Aber vielleicht werden es auch die Freunde und Bekannten sein, die Sie in Ihrer aktiven Zeit gewonnen haben oder Menschen aus den Organisationen wider die Einsamkeit, in denen Menschenfreunde wie Sie weitermachen.

Vor diesem Hintergrund braucht man kein Helfersyndrom oder eine extra dicke soziale Ader, um sich für andere Menschen zu interessieren.

Nutzen Sie das soziale Internet.

Die sozialen Netzwerke im Internet werden oft kritisiert als Einsamkeitsstifter nach dem Motto: 500 Facebook-Freunde, aber niemand, der mit in die Kneipe geht. Das gilt nicht, wenn soziale Netzwerke nicht als Ersatz, sondern als pragmatische Bereicherung für den Austausch mit anderen verwendet werden. Klug genutzt kann das Internet beim Kontakthalten geradezu segensreich sein. So ermöglicht vor allem Videotelefonie wie das Skypen eine intensive Kommunikation über Entfernungen hinweg.

Apropos moderne Technik: Wenn auf Ihren Selfies meistens andere mit drauf sind, sind Sie auf dem richtigen Weg in eine Zukunft ohne Isolation.

Kategorien
Beauty & Style

Falsch Duschen: Sauber und rein(er Stress für die Haut)

Die Haut schuppt, juckt, ist gerötet oder entwickelt gar Pickel und Ekzeme? All das könnte eine ziemlich banale Ursache haben: die tägliche Dusche. Kaum zu glauben, aber selbst beim Duschen kann man jede Menge falsch machen. Schön lange, schön heiß, schön gründlich ist alles andere als schön gesund. Vor allem bei älterer Haut, die angreifbarer geworden ist.

DuschenDenn so verändert sich die Haut im Alter: Der hauteigene Säureschutzmantel nimmt ab, müde Talgdrüsen machen die Haut trockener und durch abgebautes Unterhautfettgewebe werden wir im wahrsten Sinne des Wortes dünnhäutiger. Wer da aus jüngeren Jahren gewohnte Duschsünden begeht, schadet der Haut zusätzlich und riskiert Hautprobleme wie schuppige Trockenheit, Ekzeme und Juckreiz. Um so mehr, wenn die Haut von vornherein empfindlich ist.

Menschliche Haut sorgt selbst für ihren natürlichen Schutz. Dazu gehören die Lipide aus den Talgdrüsen für natürliche Geschmeidigkeit und ein leicht saures Milieu in einem aus Schweiß- und Tagdrüsen gebildeten Wasser-Fett-Film, dem sogenannten Säureschutzmantel. Dank dieses Films, in dem sich die eigenen Hautbakterien wohlfühlen, kann sich die Haut gegen Reizungen und das Eindringen infektiöser Keime, Pilze und Allergene wehren.

Dieser für die Hautgesundheit unverzichtbare Schutz lässt sich durch falsches Duschen ganz leicht kaputt machen. Hier das vollständige Duschsündenregister:

 Duschfehler Zu lange

So schön es sich anfühlt: Lange unter einem Wasserstrahl mit hoher Temperatur zu stehen entfernt Schmutz und Schweiß, aber leider auch den Hydrolipidfilm der Haut. Das müsste nicht sein. Auch beim kurzen Duschen unter lau- bis mittelwarmem Wasser werden wir gründlich sauber und können einen Entspannungseffekt genießen. Eigentlich reicht rasches Abduschen. Eine Duschdauer von drei Minuten gilt als noch okay, ab zehn Minuten wird es kritisch.

Duschfehler Zu heiß

Die Wassertemperatur sollte möglichst nicht viel höher als die Körpertemperatur sein. Wenn die Haut rot wird, war das Duschen definitiv zu heiß.

Duschfehler Zu oft

Wer viel schwitzt, muss öfter duschen. Aber häufiges Duschen ohne Notwendigkeit oder aus reiner Gewohnheit sollte man seiner Haut zuliebe unterlassen.

Duschfehler Zu scharf 

DuschenDer menschliche Körper ist keine Bratpfanne. Daher braucht er zum Sauberwerden auch keine Fettlöser. Genau dies sind jedoch Produkte zur Körperreinigung, die zu viele Tenside enthalten. Wenn ein Duschprodukt stark schäumt, könnte dies der Fall sein. Auch das entfettende Haar-Shampoo ist nicht optimal für die Körperdusche.

Das natürliche Säuremilieu der Haut hat einen bestimmten pH-Wert, durchschnittlich beträgt er 5,5.Das Kürzel pH steht für das lateinische potentia Hydrogenii, was Konzentration von Wasserstoffionen bedeutet. Nach dem pH-Wert auf einer Skala zwischen 0 und 14 bemisst sich die saure (niedriger pH-Wert) beziehungsweise basische (hoher pH-Wert) Eigenschaft einer Lösung. Eine Seife mit einem pH-Wert 9 zum Beispiel ist bereits stark alkalisch und zerstört den Säureschutzmantel der Haut. Empfehlenswert sind daher Produkte zum Duschen mit einem hautähnlichen pH-Wert. Auch eine endlose Liste von chemischen Zusatzstoffen wie Parabene, Tricosan und Duftstoffe ist der Haut nicht unbedingt zuträglich.

Duschfehler Zu viel

Wenn Festkörper auf dem Fettfilm der Haut haften, wie etwa nach dem Garten umgraben, kann es nötig sein, den ganzen Körper einzuseifen. Bei normaler Verschmutzung kann man der Körperhaut den Chemieangriff ersparen, denn Schweiß und Hautschüppchen fließen auch unter purem Wasser ab. Richtig sinnvoll hingegen ist die Anwendung von (milden) Duschprodukten an den Stellen, wo besonders viele Drüsen sitzen und die Vernichtung von Bakterien und Verhinderung von Gerüchen angesagt ist: Achseln, Intimbereich, Füße. Und zugunsten weißer Hemd- und Blusenkrägen kann auch der Nacken regelmäßig Duschgel vertragen.

Duschfehler Zu schlampig

Mit dem Abspülen von Seife oder Gel sollte man es sehr genau nehmen. Entfernen Sie die Produkte restlos von der Haut, um sie vor Irritationen zu schützen.

DuschenDuschfehler Rubbeln 

Die meisten Duscher reiben ihren Körper anschließend kräftig mit dem Handtuch ab. Fühlt sich gut an, ist aber auch verkehrt. Das Geheimnis des hautschonenden Abtrocknens ist Tupfen statt Rubbeln. Die Hautoberfläche freut es.

Duschfehler Zu spät cremen

Nach dem ganzen Reinigungsstress will die Haut möglichst viel Fett und Feuchtigkeit zurück, und zwar bevor die Restfeuchtigkeit an der Luft komplett verdunstet ist und die Hauttrockenheit einsetzt. Daher sollte man eine Lotion oder Creme unmittelbar nach dem Abtrocknen auftragen. Sogenannte „In-Dusch“-Lotionen, die noch in der Dusche auf dem nassen Körper verteilt werden, treiben das Prinzip der schnellen Rückfettung auf die Spitze.

Last but not least: Kaltes Abduschen oder Wechselduschen schaden der Haut übrigens nicht, sondern regen den Kreislauf an, härten ab und sind gut gegen Cellulite. Wem das zu brutal ist, kann die kalten Güsse auf Arme und Beine beschränken.

Und wenn Sie auf Entspannung im Heißen nicht verzichten wollen? Gehen Sie öfter in die Sauna!

Kategorien
Gesundheit & Wohlfühlen

Schnarchen: Was tun, wenn nachts die Säge plagt

Das Älterwerden kann Begleiter haben, die mit der Zeit immer penetranter werden. Dazu gehört das Schnarchen, medizinisch: Rhonchopathie*. Da mit den Jahren Gewebe und Muskeln im Rachen schlaffer werden, schnarchen Menschen in der Altersgruppe ab 60 häufiger und häufiger auch lauter. Der weibliche Anteil im Schnarchkonzert ist zwar generell geringer, doch auch Frauen, die in jüngeren Jahren lautlos schlummerten, können nach der Menopause mit dem Schnarchen anfangen.Schnarchen

Wie entsteht Schnarchen? Im Schlaf macht sich eine Verengung der oberen Atemwege bemerkbar. Ursachen gibt es viele:

  • Die allgemeine Muskelentspannung im Schlafzustand
  • Die Rückenlage, bei der Zunge und Unterkiefer nach unten rutschen
  • Nasenengpässe, die dazu führen, dass man nachts durch den Mund atmet, wie zum Beispiel bei Erkältung, Allergie, Polypen
  • Übergewicht
  • Anatomische Besonderheiten wie eine zu große Zunge oder ein zu kleiner Unterkiefer
  • Schlaffes Gewebe im Rachenraum, auch altersbedingt
  • Zusätzliche Erschlaffung nach dem Genuss von Alkohol und Nikotin oder der Einnahme muskelentspannender Medikamente wie Psychopharmaka und Allergietabletten

Im verengten Luftstrom geraten Weichteile, allen voran die Gaumensegel, an denen das Zäpfchen hängt, in Bewegung und verwandeln leise Atemgeräusche in hörbares Schnarchen. Je nachdem, was gerade wie stark schwingt, werden Pfeif-, Röchel-, Grunz- und Sägegeräusche in unterschiedlichen Tonhöhen daraus. Auch die Lautstärke kann extrem variieren, von dezenten 20 Dezibel eines leichten Raschelns bis zu guinnessbuchrekordhaltenden 93 Dezibel, die man sich als akustische Autobahn auf der Matratze vorstellen darf – viel befahren, ohne Tempolimit.

Während zwar bei den meisten Schnarchern kein Lastwagen durchs Schlafzimmer braust, kann auch der durchschnittliche Schnarchlärm ausreichen, um den Bettpartner beziehungsweise meist die Bettpartnerin wachzuhalten oder regelmäßig aus einer Leichtschlafphase aufzuwecken.

Wird der Schnarchende selber wach?

Zur Verblüffung der Gepeinigten scheint der Lärmende selbst selig weiterzuschlummern. Dies wird damit erklärt, dass das Gehirn im Schlaf zwischen bedrohlichen und nicht bedrohlichen Geräuschen unterscheidet. Zu letzteren gehören bisweilen auch der Krach aus dem Fernseher, vor dem wir müde weggedämmert sind, vor allem aber die Geräusche, die der Körper selbst erzeugt: das Schnarchen.

Allerdings geht man inzwischen davon aus, dass die Schnarcher von ihrem eigenen Nachtkonzert nicht ganz so unbehelligt sind, wie es scheint. In Untersuchungen im Schlaflabor wurde gemessen, dass Schnarchende aus bestimmten Schlafphasen durchaus regelmäßig aufwachen, ohne sich daran zu erinnern. Diese kurzen Wachmomente erlebt auch der „normale“ Schläfer, da sie zum Wechsel zwischen Tief- und Leichtschlaf gehören. Bei Schnarchern kann die Störung der Tief- und Traumschlafphasen jedoch durch ihre Häufigkeit entsprechend unangenehme Folgen wie Müdigkeit am Tage und mangelnde Erholung haben.

Gesundheitsgefährdende Schlafapnoe

Während rhythmisches leichtes Schnarchen als unbedenklich gilt, kann intensives Schnarchen also die Gesundheit gefährden, insbesondere wenn zusätzlich der Atem aussetzt. In diesem Fall sind die Atemwege so verengt, dass die Luft nicht mehr durchkommt. Das Luftholen mit einem starken Schnarchgeräusch steht dann am Ende eines sekundenlangen Atemstillstands. Hier ist das Schnarchen ein Symptom der obstruktiven Schlafapnoe (OSA)*.

Nach einer Leitlinie im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V. kann der Übergang zwischen reinem Schnarchen und OSA zum Teil fließend sein. Es gibt es sogar Hinweise darauf, dass auch starke Schnarcher ohne OSA ein höheres Risiko von kardiovaskulären Erkrankungen haben, wobei die Datenlage als noch ungenügend gilt. Beim Schnarchen in Verbindung mit Atemaussetzern der OSA sind die gesundheitlichen Risiken jedoch nachgewiesen. Durch den häufigen Sauerstoffmangel kommt es immer wieder zu einer gefährlich verringerten Sauerstoffsättigung im Blut mit entsprechenden Risiken im Zusammenhang mit Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes Typ 2, transitorische ischämische Attacke oder Schlaganfall, Herzrhythmusstörungen oder Herzinfarkt.

Wer den Verdacht hat, unter Schlafapnoe zu leiden, sollte Experten der Schlafmedizin aufsuchen. Das können Allgemeinärzte, Neurologen, HNO- oder Lungenfachärzte sein, die sich auf Schlafstörungen spezialisiert haben.

Diagnose und Therapie

Zur Diagnostik gehören ausführliche Arztgespräche mit dem Betroffenen, wenn möglich zusammen mit seinem Bettpartner, sowie Untersuchungen des Rachenraums und der Atemwege. Eventuell ist eine Überwachung in einem Schlaflabor nötig, um eine starke Rhonchopathie von der OSA abzugrenzen. Inzwischen gibt es sogar Smartphone-Apps, die Schnarchgeräusche akustisch analysieren, die bislang allerdings nur als zusätzliche Möglichkeit der Diagnostik gelten. Da reines Schnarchen im Gegensatz zur OSA nicht als Erkrankung gilt, muss auch geprüft werden, ob die Krankenkasse die Therapiekosten übernimmt.

SchnarchenOb Sie einfach nur ungestört schlafen (und schlafen lassen) möchten oder eine schlafbedingte Atemstörung behandeln müssen: Die Therapie hängt natürlich davon ab, was als Ursache für die nächtlichen Atemprobleme ermittelt wurde. Operationen – meist minimal-invasiv – können nötig sein, wenn anatomische Atemhindernisse wie zum Beispiel vergrößerte Mandeln, Polypen oder eine Verkrümmung der Nasenscheidewand aus dem Luftweg geräumt werden müssen. Darüber hinaus gibt es die Implantation von Plastiken in die Gaumensegel und das Erhitzen oder Weglasern von überschüssigem Gewebe. Derartige Eingriffe wollen wohlüberlegt sein. Zum langfristigen Erfolg dieser Methoden gibt es noch keine gesicherten Erkenntnisse. Des Weiteren bergen sie die Gefahr, dass Schlucken und Sprechen behindert werden oder sogar, dass Nahrung und Flüssigkeiten über die Nase zurückkommen.

Zunächst sollten nicht-operative, konservative Therapien im Fokus stehen.

  • Oft hilft es bereits abzunehmen, um übermäßiges Fett im Rachenbereich loszuwerden.
  • Man verzichtet auf Substanzen, die die Rachenmuskulatur entspannen. Das heißt, man lässt Alkohol und Nikotin mindestens zwei Stunden vor dem Schlafengehen weg oder vermeidet – wenn möglich und nach Absprache mit dem Arzt – Beruhigungs- und Schlafmittel sowie Antihistaminika.
  • Es gibt spezielle Westen, die den Schläfer dazu bringen sollen, nicht auf dem Rücken zu liegen.
  • Falls bei allergischen Beschwerden die Nase mit einem Spray freigehalten werden muss, sollte man ein Präparat benutzen, das die Schleimhäute nicht schädigt.
  • Darüber hinaus gibt es medizinische Vorrichtungen zum Freihalten der Nasenflügel.
  • Schienen zur Fixierung des Unterkiefers sollten vom Zahnarzt individuell angepasst werden und regelmäßig überprüft werden.
  • Bei starker Schlafapnoe kann es nötig sein, trotz des dadurch eingeschränkten Komforts nachts ein nasales Atemgerät zu tragen, das dem Schläfer bedarfsgerecht Sauerstoff liefert.

Lassen Sie sich zu den Maßnahmen gegen störendes und gesundheitsgefährdendes Schnarchen gut beraten und probieren Sie aus, was bei Ihnen am besten hilft.

SchnarchenMenschen mit einer musikalischen Ader (und toleranten Nachbarn) könnten im Vorteil sein. Zum Trainieren gegen die Rachenerschlaffung sollen sich das Singen und das Spielen auf einem Blasinstrument, vor allem auf einem australischen Didgeridoo eignen. Zum Erfolg gibt es keine eindeutige Datenlage. Jedenfalls sollte man nicht gerade üben, wenn die Partnerin/der Partner gerade den versäumten Nachtschlaf aufholt.

*Dieser Beitrag behandelt ein Gesundheitsthema und enthält Tipps und Information. Er ersetzt in keiner Weise Beratung, Diagnose und Therapie durch einen Arzt.